So lautet der klare Apell der internationalen Städtekommission.

Vergangene Woche tagte die internationale Städtekommission des World Future Council (WFC) und der Hamburger HafenCity Universität (HCU) im Hamburg. Der Abschlussbericht: Die Städte sind noch lange nicht gerüstet für den Klimawandel und die Energiewende. Es besteht dringender Handlungsbedarf in den Ballungszentren, die als Hauptverantwortliche für den Klimawandel gerade stehen müssen. Sowohl in den Industrieländern, als auch zunehmend in Entwicklungsländern sind die Städte fast ausschließlich von fossilen Brennstoffen abhängig – ganze 80% aller Rohstoffe werden in den Städten verbraucht, und immer noch sind die Zentren nicht gewappnet für die Umstellung auf erneuerbare Energiequellen. Die Internationale Expertenrunde fordert eine drastische Beschleunigung der Umstrukturierung zu 100% Alternativenergie.

Einen Aktionsplan zur Umsetzung dieses Ziels hat die Städtekommission bereits ausgearbeitet. Er beinhaltet einen Aufruf an nationale Regierungen, den Ernst der Lage und den Handlungsbedarf wahrzunehmen und Pläne zur Realisierung für die komplette Energieversorgung aus nachhaltigen Quellen für die Städte zu entwickeln. Herbert Girardet, Programmdirektor des WFC, erklärt weshalb die Städte Opfer und Täter zugleich sind: „Sie schaufeln sich ihr eigenes Grab, weil sie häufig in der Nähe von Küsten liegen und besonders bedroht sind von den Folgen des Klimawandels wie extrem starken Stürmen und steigenden Meeresspiegeln.“ Daher müsse sich die Aufmerksamkeit beim weltweiten Ausbau erneuerbarer Energien insbesondere auf die zukunftsfähige Energieversorgung von Städten richten.

Hauptanteil an den CO2-Emissionen in Städten trägt die Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen, der städtische Verkehr und schlecht gedämmte Gebäude. Die Städtekommission kreidet den nationalen Regierungen mangelndes Dringlichkeitsbewusstsein und zu geringe Kompetenz bei den Richtlinien als Gründe für die langsame Entwicklung der Energiewende an. Derselben Meinung ist auch UN-Habitat, das Wohn- und Siedlungsprogramm der UN, und erklärt damit auch die falsche Prioritätensetzung bei der Verteilung der städtischen Finanzen, wo es immer noch oftmals heißt, dass für Klimaschutz kein Geld da sei. „Erneuerbare Energien und Maßnahmen zur Energieeinsparung sind kein Luxus sondern Überlebensstrategie.“, bringt der Chef der Strategischen Planung bei UN-Habitat die Wichtigkeit der Umstellung auf den Punkt.

Quelle: oekonews.at

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