Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) stellt auf der Hannovermesse zwei Projekte der neuesten Innovation aus der Welt der erneuerbaren Energien vor: Pflanzenkohle als alternativer Energieträger für Heizungen, die den energetischen Eigenschaften von Braunkohle entspricht. Insgesamt ist die Stiftung mit neun Projekten zur Förderung von Klimaschutz und Energieeinsatz in industriellen Prozessen auf der weltgrößten Investitionsgütermesse in Hannover vertreten.

Die Nachricht, dass die fossilen Energiequellen wie Öl, Kohle und Gas zur Neige gehen, ist nicht neu. Angesichts der Wirtschaftskrise und des Klimawandels erleben erneuerbare Energien endlich den notwendigen Aufschwung, wie das Leitmotiv der Hannover Messe bestätigt, die in diesem Jahr ganz im Zeichen von Energie und Wirtschaft steht. Nicht nur hoch qualifizierte Neuheiten aus Solar und Windkraft werden dort präsentiert, sondern auch eine völlig neue Nische am Markt: Pflanzenkohle, die zu Briketts gepresst dieselben Eigenschaften als Energielieferant wie Braunkohle haben soll.

Entwickelt wurde der neue Brennstoff von der hessischen Firma Willi Schlitt. Beim Verbrennungsprozess wird in einem Kessel unter hohen Temperaturen und starkem Druck aus einer Mischung von Pflanzen“abfall“ wie Grünschnitt oder Stroh Kohle produziert. Der Prozess nennt sich auch Inkohlung oder Hydrothermale Carbonisierung und geht binnen weniger Stunden von statten. Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, führt als Vorteil der „grünen“ Kohle unter anderem an, dass innerhalb kürzester Zeit ein Energieträger hergestellt werde, der durch natürlichen Prozess 50.000 bis 30 Mio. Jahre benötigen würde. Weiters zählt er durchaus überzeugende Argumente für die Neuheit auf: „Überflüssiger Biomüll findet Verwendung, gleichzeitig wird Kohle produziert, die weniger umweltschädliche Stoffe enthält und Ressourcen schont.“ Da kann man die Investition von rund 404.000 Euro, mit der die DBU das Projekt fördert, nur gutheißen.

Eine Machbarkeitsstudie der Hochschule Ostfalen-Lippe untersucht gerade, ob auch aus den Abfällen der Biotonnen Pflanzenkohle hergestellt werden kann. Grundsätzlich seien gerade wässrige organische Abfälle hervorragend für die Hydrothermale Carbonisierung geeignet, sagt Brickwedde. Anderthalb Tonnen Biomasse täglich kann die Anlage derzeit verarbeiten, von der Beschickung bis zur Aufbereitung der Kohle.

Quelle: oekonews.at

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