Selbsternanntes Umweltinstitut zieht umweltbewusste Unternehmen mit Hinweis auf ein nicht existierendes CO2-Gesetz über den Tisch.

Die Bauernfänger sind nun auch mit einer Umwelt-Masche auf Beutezug. Wie das Tagblatt berichtet, versendet ein angeblich offizielles „Deutsches Institut für Umwelt und Gewerbe“ (DIFUG) Briefe an Unternehmen wie das des Landschaftsbauern Ernst-Moritz Friedrichs. Die Masche ist alt: Ein angeblicher Gewinn, für den ein vermeintlich geringer Beitrag zu leisten ist. In diesem Falle behaupten die Betrüger, dass Friedrichs Garten- und Landschaftsbaubetrieb aufgrund einer „bundesweiten Umfrage über die Einspareffekte“ bei Energieverbrauch und CO2 ein „Zertifikat Umweltfreundliches Unternehmen 2009“ verliehen werde. Herzlichen Glückwunsch! Alles, was der Landschaftsbauer tun muss sei, sich an die Empfehlungen des selbsternannten Instituts zu halten und die „Beiträge CO2 2009 innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt“ – 130,90 Euro – zu zahlen.

Der Industrie- und Handelskammer Reutlingen liegen bereits mehrere Beschwerden vor, und auch das Bundesumweltministerium weiß Bescheid. Sprecher Tobias Bülow warnt: „Das ist eine ganz üble Abzocke. Hier wird ein übles Spiel mit denen getrieben, die sich für den Klimaschutz einsetzen wollen.“ Das Ministerium stellte nach dem Eingang bundesweiter Beschwerden über das zwielichtige Unternehmen eine Warnung ins Internet und empfiehlt allen angeschriebenen Unternehmen, die Briefe zu ignorieren.

Das Umweltministerium stellte mittlerweile Strafanzeige wegen Betrugs und anderer Delikte. Anwälte stellten wenig überraschend fest, dass es unter der angegebenen Adresse in Berlin gar kein DIFUG gibt, auch die Telefonnummer läutet ins Leere. Professionell gibt sich das „Institut“ im Internet und verweist dort und im Brief auf die politische Debatte zur CO2-Reduzierung, in der tatsächlich gerade diskutiert wird, ein Energiemanagement für besonders energieintensive Unternehmen einzuführen. BMU-Sprecher Dünow hofft nur, dass da keiner bezahlt hat.

Quelle: tagblatt.de

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