Deutsche Stromindustrie ist der Autobranche in Sachen nachhaltige Mobilität um eine Nasenlänge voraus.

Während die deutsche Autoindustrie noch mit Schwierigkeiten beim Wandel zum Elektroauto kämpft, präsentiert EWE mit Karmann seine eigene Limousine „E3“. Trotz niedriger Spritpreise tun die Stromkonzerne ihr Bestes, das Thema Elektroantrieb zu pushen.
Vor nicht allzu langer Zeit waren von Daimler-Chef Dieter Zetsche in Berlin bei der Vorführung eines Elektro-Smarts beim Volltanken an einer Stromzapfsäule noch große Töne zu vernehmen: „Wir sind überzeugt: Die Zukunft der Mobilität ist grün.“ Viel von dieser Zukunft ist bei Daimler bislang jedoch noch nicht geschehen, über die Forschung einer Batterietechnik für Eletroautos kommt der Konzern bislang nicht hinaus. Der Hype um das Elektroauto flaut in der Autobranche dank Verschrottungsprämien, gesunkenen Spritpreisen und staatlicher Unterstützung wieder merklich ab. Nur wenige deutsche Automanager glauben an die schnelle Umsetzung des geplanten Wandels zu neuen, sauberen Antrieben. Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie Matthias Wissmann bringt die herrschende Meinung der Autobranche auf den Punkt, wenn er sagt, die Annahme, dass der Elektromotor den Verbrennungsmotor binnen der nächsten zehn Jahre ersetzen würde, sei naiv. VW-Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn setzt dem noch eins drauf: „Wir werden auch in 30 Jahren noch mit Verbrennungsmotoren fahren.“

Ganz anders sieht man das in den Reihen der deutschen Stromkonzerne. RWE (Daimler-Partner) baut seine Initiative „Elektromobilität“ über Deutschland mit öffentlichen Stromtankstellen aus, derzeit finden Gespräche darüber mit Kommunen im Ruhrgebiet und mit der Stadt Frankfurt statt. Konkurrent E.on kündigte, ähnlich wie Vattenfall, Versuche mit dem „Mini E“ von BMW an.

Die Nase vorne hat Deutschlands fünftgrößter Versorger EWE: Er präsentiert auf der Hannover Messe im Zeichen „Nachhaltige Mobilität“ den „E3“, ein neues Elektroauto aus der Zusammenarbeit mit Karmann. Die viertürige Sportlimousine entspricht allen Erfordernissen elektrischer Mobilität von Grund auf. Der „E3“ erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 140 km/h und eine Reichweite von rund 150 Kilometern. Zielgruppe sind die Pendler im ländlich geprägten Nordwesten Deutschlands, vier bis sechs Prototypen sollen im Oktober im Kreis Oldenburg auf die Straße kommen.

Quelle: Welt.de

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