Alarmierendes Ergebnis – TÜV Rheinland  testete 27 Produkte auf polyzyklische aromatische Wasserstoffe (PAK).

In nur sechs von 27 getesteten Produkten aus dem Alltagsgebrauch lag die Konzentration des Umweltgifts unter den in Deutschland empfohlenen Richtwerten. PAK gelten als krebserregend, verändern das Erbgut und nehmen Einfluss auf die Fortpflanzung. Besonders bedenklich ist, dass die Billigöl-Weichmacher vor allem bei der Herstellung von Werkzeug und Spielzeug, aber auch für Badelatschen eingesetzt werden. Am höchsten ist das Gesundheitsrisiko bei Gegenständen, die über einen längeren Zeitraum Hautkontakt haben.

Die PAK-Konzentration in einem Plastiküberzug für Autolenkräder überstieg die Richtwerte sogar um ein 140-faches. Die Konsequenz: Die Menge an Benzopyren, die bei einer Stunde Autofahren mit ständigem Kontakt durch die Haut aufgenommen wird, entspricht dem Konsum von etwa 1000 Zigaretten.

Nach solchen Meldungen liegt die Frage auf der Hand, warum um Himmels Willen der Einsatz solcher massiven Schadstoffe nicht schon längst per Gesetz verboten ist. Genau da liegt das Problem. In Deutschland hat der Gesetzgeber es Handel und Industrie überlassen, selbst Grenzen für die Verwendung von Weichmachern zu bestimmen. Diese sind natürlich niedrig angesetzt und werden als „freiwillige Richtlinien“ nur sporadisch eingehalten. Dr. Ansgar Wennemer, Chemiker des TÜV Rheinland, bringt es auf den Punkt: „Anstelle von sauberen Mineralölen werden in Gummi- und Kunststoffprodukten als Weichmacher billige Teeröle eingesetzt. Das treibt die PAK-Konzentration in gefährliche Höhe.“ Wennemer klagt Hersteller und Händler solcher Produkte an, die Kunden bewusst oder unbewusst folgeschweren Risiken auszusetzen, die sich vermeiden ließen.

Über die Folgen der Gifte berichtete das Institut für Toxikologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bereits 2005. Bei Tierversuchen konnte man Missbildung von Föten und Beeinträchtigung der Fortpflanzungsorgane sowie kanzerogene Wirkung nachweisen. Mit der Veröffentlichung des TÜV wird es allerhöchste Zeit, dass der Gesetzgeber mit klaren Gesetzen und Strafmaßnahmen zum Wohle der Bevölkerung durchgreift.

Video WDR-Bericht über PAK vom 31.3.2009

Quellen: focus.de; readers-edition.de

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