Grevesmühlen – 200 Stufen müssen erklommen werden um die 60 Meter Höhe der Windkraftanlage zu überwinden. Oben angekommen schweift der Blick entlang der 20 Meter langen Rotorblätter hinaus in die Ferne. Die Aussicht ist einfach überwältigend, stellt Hans-Jörg Grützmacher fest. Er kümmert sich um die Besucher der insgesamt vier Anlagen seitdem sie damals vor 10 Jahren jemanden suchten der mit interessierten Anwohnern auf die Anlagen raufklettert um vorbehalte in der Bevölkerung abzubauen. Denn als Handwerker hat er beruflich eigentlich gar nichts mit solcherlei Anlagen zu tun.
Die Betreiber der Anlage, zu denen auch die Elektroingenieurin Brigitte Schmidt gehört setzten in den 90er Jahren alles daran um die vier Anlagen in Lübeck zu bauen. So kämpfte man um die Baugenehmigung, stritt mit den Stromkonzernen herum, denn die waren wenig begeistert von der gesetzlich geregelten Stromabnahme, kümmerte sich um Investoren und freute sich schließlich riesig als 1996 der erste Strom ins Netz eingespeist wurde.
Ihr persönlich ging es nicht nur darum ihren Anlegern eine Rendite von 6% zu sichern, vielmehr sind die Anlagen in Lübeck ein Musterbeispiel für die landschaftliche Integration alternativer Energieträger. Denn die Leute sollten sich an den Anlagen nicht gestört fühlen und so sprach sie Schulen und Kindergärten an um die tristen Windkraftanlagen in kleine Kunstwerke zu verwandeln. Zum Schluss vollendeten einheimische Künstler die „Werke“ und trugen so dazu bei eine umweltfreundliche Touristenattraktion zu erschaffen.